Die zehn Weltwunder der Natur verschwinden
2009. 06. 16.
Vom Amazonas bis zum Himalaja sind die zehn Naturwunder der Welt der Zerstörung ausgesetzt, wenn sich der Klimawandel im aktuellen Tempo fortsetzen sollte, warnt der internationale Naturschutzbund WWF.

Der WWF erstellte eine Zusammenfassung für eine Sitzung des Zwischenstaatlichen Forums zum Klimawandel der UNO (IPCC), in der jene zehn Naturwunder der Welt aufgezählt werden, die im Zuge des Klimawandels verschwinden könnten.
Auf dieser Liste finden sich:

das Große Korallenriff (Australien),

▪ die Chihuahua-Wüste (Mexiko, USA),

Chihuahua kanyon 

▪ die Meeresschildkröten (Karibik),

▪ der Urwald Valdiviens (Chile, Argentinien),

▪ die Bengaltiger in den Mangrovensümpfen (Indien, Sunderbans),

▪ der Jangtse-Fluss (China),

▪ der Amazonas (Brasilien),

 

der Wildlachs (Bering-See, Alaska),

▪ die schmelzenden Gletscher (Himalaja),

▪die Küstenwälder Ostafrikas.

 

An den Küsten Australiens wird das Große Korallenriff im Zuge einer Erwärmung des Meerwassers durch die „Korallenbleiche“* gefährdet. Das Leben eines Viertels der Meereslebewesen ist an die Korallenriffe geknüpft, weshalb deren Zerstörung für zahlreiche Tierarten zu einer Katastrophe führen wird. Die im Meer lebenden und sich von den Korallenriffen ernährenden Karettschildkröten (Eretmochelys imbricata) bedrohen dabei nicht nur der Verlust ihrer Nahrungsräume, sondern noch weitere Folgen des Klimawandels. Sie legen ihre Eier an sandigen Stränden, doch der steigende Meeresspiegel spült die Brutplätze weg. Infolge der höheren Temperatur schlüpfen häufiger weibliche als männliche Schildkröten, deren Wanderung obendrein dadurch unmöglich wird, dass sich Geschwindigkeit und Richtung der Ozeanströme ändern.

Längs des zweitgrößten Flusses der Welt, des Amazonas, wird sich die Jahresmitteltemperatur bis 2050 voraussichtlich um 2-3 °C erhöhen. Parallel dazu sinkt die jährliche Niederschlagsmenge, woraufhin sich 30-60% der Regenwälder des Amazonas in eine trockene Savanne verwandeln werden. Eine derartige Änderung der tropischen Flora und die dramatische Verringerung der Wassererträge wird wiederum die Erdatmosphäre und die Ozeanströmungen beeinflussen.

Die Gletscher im Himalaja verlieren Jahr für Jahr 10 Meter in Folge der schnellen Schmelze. Dieser Prozess wirkt sich auch auf den Wasserertrag der aus ihnen gespeisten Flüsse aus, indem er zunächst außerordentliche Überschwemmungen, später jedoch sinkende Wassererträge und Wassermangel verursachen wird. Der sinkende Wasserertrag des aus dem Himalaja gespeisten Jangtse-Flusses kann in China zu schwerwiegenden Problemen bei der Wasserversorgung führen, wo dieser Fluss heute doch 450 Millionen Menschen Trinkwasser, Nahrung und Energie spendet. Schon heute sind in der Region ungewöhnlich häufige und heftige Stürme, Überschwemmungen und Erdrutsche zu beobachten, auf die Trockenperioden von katastrophalen Ausmaßen folgen werden.
Die Urwälder Valdiviens in Chile und Argentinien bedroht die Dürre, wenn die Gletscher der dieses Gebiet mit Wasser versorgenden Anden verschwinden. Die hier beheimatete Patagonische Zypresse (Fitzroya cupressoides), die bis zu 3.000 Jahre alt werden kann, ist außerordentlich wichtig für die Klimaforschungen, weil sich aus ihren Jahresringen ablesen lässt, wie sich die Temperatur im Verlaufe eines Baumlebens verändert hat.
„Nur die spürbare Senkung des Ausstoßes an Treibhausgasen kann die vollständige Zerstörung der Naturwunder der Welt noch stoppen“, erklärte Roland Csáki, Stellvertretender Landesdirektor des WWF für Ungarn. „Die Regierungen der größten Emissionsländer müssen weitaus entschiedenere Maßnahmen als bisher im Klimaschutz unternehmen, um die Katastrophe zu vermeiden.“

*Korallenbleiche: Im Zuge des Klimawandels steigt die Temperatur des Meerwassers an, woraufhin bei den in Symbiose mit den Korallentieren lebenden und deren Farbe gebenden Algen ein für die Fotosynthese benötigtes Protein beschädigt wird. Weil diese Algen ihren Wirt nicht länger mit Nahrung und Energie versorgen können, werden sie abgestoßen. Die Lebensdauer eines Korallenriffs hängt davon ab, wie viele Algen es halten kann. Wenn es alle verliert, geht es zugrunde und wird weiß. Diese Erscheinung wird als Korallenbleiche bezeichnet. Schon eine dauerhafte Erwärmung um 2 °C reicht aus, um die Zerstörung einzuleiten.
Quelle: WWF / környezetvédelem.net


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