Energiesparen und Umweltschutz in den eigenen vier Wänden
2009. 02. 28.
Der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist 30 Prozent größer, als was die Erde auf lange Sicht vertragen kann. Diese Aussage mag wissenschaftlich abstrakt erscheinen, doch schon bald werden wir sie aus nächster Nähe und am eigenen Leibe zu spüren bekommen.

Auch über diese Problematik sprach dieser Tage Anikó Kocsis, Geschäftsführerin der Eco-Region-Stiftung für eine Nachhaltige Entwicklung. Die Expertin wird immer häufiger eingeladen, um mit ihren Ideen zur Beantwortung der Frage beizutragen, wie wir auf eine die Umwelt besser schonende Weise leben können. Und natürlich auch auf eine sparsamere Weise, wovon sie kürzlich bei der abschließenden Zusammenkunft zum Lehrgang „Soziokulturelle Chancen und Reintegration am Arbeitsmarkt“ sprach.
 
„Würde jeder täglich nur einen einzigen Liter Wasser in Ungarn sparen, dann benötigten wir 3,79 Millionen Kubikmeter weniger pro Jahr“, nennt Anikó Kocsis ein auf der Hand liegendes und doch verblüffendes Beispiel, mit dem sie uns sogleich gedanklich in unsere eigenen vier Wände befördert.
 
Häufig wird gesagt, arme Leute können nicht sparen, weil sie kein Geld haben, um sich die moderne Technik zu leisten. Also fragten wir sie, was diesen Menschen zu raten wäre.
 
„Ein bewusstes Einkaufen, mit dem wir unsere Umwelt und unseren Geldbeutel schonen“, lautet die Antwort, gespickt mit ein paar konkreten Ideen, um zu verstehen, was das eigentlich heißt. Gehen wir mit einem Einkaufszettel einkaufen und widerstehen wir der Versuchung! Entscheiden wir uns für größere Verpackungen, Nachfüllpacks und Produkte, die möglichst einfach, umweltfreundlich und recycelbar verpackt sind, für Pfandflaschen und für Frischwaren am Pult an Stelle der vorverpackten Lebensmittel. Das ist preiswerter und obendrein erzeugen wir auf diese Weise weitaus weniger Abfälle.
 
„Jede Tonne Recyclingpapier rettet ein Dutzend Bäume, obendrein sind zur Herstellung von einem Kilogramm Papier 440 Liter Wasser vonnöten“, fasst sie die Vorteile in Zahlen.
 
Wir können die alles überschwemmenden Berge an Plastikmüll gleich selber verringern, indem wir auf das Einpacken in Plastiktüten im Laden verzichten, sondern entsprechende Taschen besser mitbringen. An Stelle von Kunststoff sollten wir Produkte aus Holz und Glas wählen. Produkte mit Treibgasen wie beim Spray werden besser durch Pump- oder Kugelsprays ersetzt. Bei Papieren sollten wir recycelte Ware suchen, an Stelle von Papierservietten Textilservietten benutzen, lautet der Vorschlag.
 
All diese Schritte schonen unsere Umwelt, wobei unser Geldbeutel doch in erster Linie durch die Energierechnung geschröpft wird. In einem Privathaushalt gehen 60 Prozent der Energie in die Heizung, 16 Prozent dienen dem warmen Wasser und 8 Prozent zum Kochen. So ist leicht zu sehen, wo man etwas einsparen kann und sollte. Selbstverständlich gibt es auch abgesehen von energiesparsamen Umbauten, dem Einbau von Sonnenkollektoren und ähnlichen Techniken, der nachträglichen Wärmedämmung und dem Tausch von Fenstern und Türen noch eine Reihe kleiner Tricks und Kniffe. Einige Ratschläge an dieser Stelle: Heizen wir keinen Raum, in dem wir uns nicht aufhalten, bzw. nachts nicht das Schlafzimmer. Zum Durchlüften kippen wir das Fenster nicht an, weil die Wärme entweicht, ohne dass sich die Luft austauscht. Ein kurzzeitiges und intensives Lüften ist am besten geeignet, damit Wände und Möbel nicht auskühlen.
 
Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte vor die Fenster Laubbäume pflanzen. Im Sommer schützen sie vor einer zu starken Erwärmung, im Winter hingegen lassen sie die Sonnenstrahlen passieren – dann sollten wir auch die Vorhänge beiseite schieben. Nadelgewächse sollten an der nördlichen und nordwestlichen Hausseite angepflanzt werden. An den Fenstern und Türen bietet sich die Nutzung von Windfängen an, außerdem können die Türen von unten mit Filz oder einer Gummimatte gedämmt werden. Vorhänge und Rollläden halten die ausströmende Wärme zurück, Fußböden können mit Filz oder Teppichen gedämmt werden. Heizkörper sollten häufig entstaubt und regelmäßig gewartet werden, dahinter lässt sich eine Platte installieren, um die Wärme zu reflektieren.
 
Mittels Einsatz von Energiesparlampen lässt sich die Stromrechnung weiter senken. Eine Platzausleuchtung macht mehr Sinn als Flutlicht im ganzen Raum. Zudem werden die Sichtverhältnisse auch durch hellere Wände, saubere Fenster und systematisch geputzte Lampen und Glühbirnen verbessert. Auch bei der Haushaltstechnik sollten wir uns für energiesparsame Geräte entscheiden, die freilich im Standby-Modus noch immer Strom ziehen, worauf wir deshalb achten sollten.
 
Der größte Energiefresser sind alte Kühlschränke. Kaufen Sie sparsame Kühlschränke, die sich der Familienstärke anpassen. Stellen Sie diese an die kälteste Wand in Küche oder Speisekammer. Achten Sie darauf, dass der Kühlschrank gut schließt, nicht überfüllt wird und Lebensmittel nur im kühlen Zustand hineingelangen. Tauen Sie das Gerät regelmäßig ab; der Eispanzer darf nicht über 5 mm anwachsen. Packen Sie tiefgefrorene Speisen, die zum Abtauen vorgesehen sind, nicht in die Mikrowelle, sondern tun Sie diese rechtzeitig in den normalen Kühlschrank, wo sie langsam auftauen – dadurch entziehen sie der Umwelt Wärme und sparen nochmals Energie.
 
Früher waren Tiefkühltruhen und -schränke groß in Mode. Überlegen Sie gut, ob Sie diese wirklich brauchen. Kosten diese Geräte nicht in Wirklichkeit mehr, als wir mit ihrer Hilfe einzusparen glauben?
 
Verwenden Sie zum Kochen energiesparsame Schnellkochtöpfe. Metallpfannen leiten die Wärme besser als Glas und Keramik, und kochen Sie nie ohne Deckel, weil das bis zur doppelten Energiemenge verbrauchen kann. Nutzen Sie Töpfe, die der Essenmenge gerecht werden, und bei denen die Flamme nicht übersteht. Ein Gasherd ist energiesparsamer als ein Elektroherd. Nehmen Sie beim Backen die ungenutzten Einlagen heraus und öffnen Sie die Tür zum Ofen nicht unnötig, weil das zu starken Wärmeverlusten führt. Lassen Sie tiefgefrorene Speisen vor dem Kochen auftauen. Und Spülautomaten machen bei kleineren als Vierpersonen-Haushalten keinen Sinn.
 
(Quelle: www.zalaihirlap.hu)


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